Die Hiobsboschaft kam am Samstag Morgen: "Tut mir leid, bin umgeknickt! Laufen geht, Springen gar nicht!". Damit war klar, dass der Mittelblock im dritten Spiel des Jahres schon wieder in neuer Besetzung antreten musste. Keine guten Voraussetzungen, um den kollektiven Aussetzer vom letzten Wochenende beim verdienten 0:3 gegen EVC Massen vergessen zu machen!Doch Karo biss die Zähne zusammen und meldete sich nach dem Einspielen doch zum gemäßigten Einsatz als Libero bereit! Zum ersten Mal in der knapp vierjährigen Vereinsgeschichte stellte der VSC also einen reinen Abwehrspieler auf. "Karo's Annahmetechnik und ihre Übersicht gaben letztendlich den Ausschlag für das Experiment", überlegte der Trainer zunächst. "Denn eigentlich ist unser Spielsystem darauf ausgelegt, dass jeder auf jeder Position angreifen kann und soll. Da kann solch eine Umstellung schon einmal ein mittleres Chaos anrichten." Diese Befürchtungen bewahrheiteten sich jedoch glücklicherweise nicht, so dass die Vorteile des Wechselspiels mit Mittelblockerin Nati eindeutig überwogen: Diese konzentrierte sich nämlich voll und ganz auf ihre Aktionen am Netz und avancierte damit zum Matchwinner.
Den ersten Satz musste man aber erst noch als Eingewöhnungsphase ansehen, denn mit 16 eigenen Fehlern und nur 6 erfolgreichen Angriffen machten es die VSC-Damen dem Gegner viel zu einfach (14:25). Das änderte sich dann aber im zweiten Satz. Nati eroberte die Luftherrschaft am Netz und erzielte dort 7 Punkte ohne eigenen Fehler. Knapp wurde es aber dennoch, weil insbesondere bei Außenangreiferin Laura an diesem Tage die Fehlerquote einfach viel zu hoch war (27:25). Gut also, dass mit Pamela und Cathi zwei weitere gute Außenangreifer zur Verfügung standen, die im dritten Satz immer erfolgreicher agierten und wichtige Punkte beisteuern konnten (25:20). Der Gegner versuchte unterdessen, dem teilweise unüberwindbaren Block etwas aus dem Weg zu gehen und mit Hinterfeldangriffen zu punkten. Zunächst sehr erfolgreich, denn beim 15:15 konnte der Anschluss wieder hergestellt werden. Dann hatte sich der VSC aber darauf eingestellt und die Erfolge ließen deutlich nach. Trotzdem gelang dem Lüner SV im vierten Satz beim Stande von 18:18 nach zwei leichten VSC-Fehlern nochmals ein fulminanter Endspurt über die starke Außenposition (18:25).
Auf diese Weise wollte der Gegner auch den fünften Satz sofort entscheiden. Doch bereits im ersten Spielzug gelang es der VSC-Abwehr, den guten Außenangriff zweimal zu entschärfen und am Ende in einen eigenen Punktgewinn umzuwandeln. Das gab auf der VSC-Seite natürlich sofort Auftrieb. Nati übernahm am Netz wieder die Herrschaft und sorgte erst einmal für ein ausgeglichenes Spiel bis zum Seitenwechsel (8:7). Der LSV fand dagegen kein geeignetes Mittel und versuchte es wieder vermehrt mit Hinterfeldangriffen, die am Ende aber zu den entscheidenden Fehlern beim Gegner führten (15:11) - GEWONNEN!
Und das Fazit des Liberos? "Das ist ein Sch....job!"






